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Temporäre Mehrwertsteuersenkung in Concept Office
Gepostet von Frank Börner

Änderung des Steuersatzes

Öffnen Sie den Funktionsbaum und gehen Sie in "Weitere Stammdaten" und dort in das Modul "Steuersätze":



Der sogenannte "alte Prozentsatz" kann im Auftrag manuell ausgewählt werden - generell nimmt Concept Office den Wert aus "Prozentsatz aktuell"!

Die Änderung muss für alle Steuersätze (normal, reduziert, frei) erfolgen. Bei steuerfreien Sätzen muss entsprechend geprüft werden, ob der „Externe Schlüssel alt“ gesetzt ist.

Es erfolgt jeweils eine Abfrage, ob Brutto-Preise aktualisiert werden sollen.



Wird diese mit Ja beantwortet, werden die Brutto-Preise auf Basis des neuen Steuersatzes neu berechnet. Damit wird die Änderung an den Kunden (Endverbraucher) weiter gegeben. Nein bedeutet, dass der neue Steuersatz gilt und sich entsprechend der Rohertrag ändert.

Damit die Buchung auch korrekt erfolgen kann, ist es notwendig, nun noch eine Änderung in den Kontierungsgruppen vorzunehmen. Bitte gehen Sie hierzu auf "Weitere Stammdaten" und das Modul "Kontierungsgruppen".

Achtung: Die Eintragungen müssen sowohl für Verkauf, als auch für Einkauf vorgenommen werden!





In den Feldern für das Inland geben Sie nun die korrekten Konto-Nr. für die Spalten „Konto Steuerpflichtig“ und „Konto alt Steuerpflichtig“ ein. Falls Ihnen diese nicht bekannt ist, erfragen Sie diese in Ihrer Buchhaltung. Wenn Sie keine angeschlossene Finanzbuchhaltung haben, können Sie sich eine beliebige Nr. verwenden wie in unserem Beispiel. Bitte berücksichtigen, dass diese Eintragungen bei Ihnen ggf. an mehreren Kontierungsgruppen erfolgen muss.

Bitte Concept Office nach den Einstellungen einmal neu starten.

 

Vorgangsbearbeitung / Serviceaufträge

Wie geht man nun im täglichen Betrieb damit um? Sie arbeiten wie gewohnt weiter. Hierbei wird der neue Steuersatz (16 %) verwendet. Wollen Sie jedoch den alten Steuersatz verwenden (nun 19%), müssen Sie im jeweiligen Vorgang den folgenden Optionshaken setzen:



Aktivieren Sie den Haken, falls Sie die Leistung, Lieferung, Anzahlung vor dem 01.07.2020 erbracht haben und die Rechnung nach dem 01.07.2020 stellen müssen. Das gleiche gilt auch, wenn Sie die Daten ab dem 01.01.2021 wieder nach gleichem Prinzip zurückgestellt haben, für den Zeitraum 01.07.2020 und 31.12.2020.

 

Vertragsabrechnungen

In der Vertragsabrechnung kann für die Berechnung und bei Gutschriften, die mit dem alten Steuersatz berechnet werden müssen, unter den Optionen, der Haken „Alten Mwst.-Satz verwenden“ gesetzt werden.



Hierbei ist zu beachten, dass die Pauschalen (Miete und Wartung), die im voraus berechnet werden, mit dem aktuellen Steuersatz berechnet werden müssen. Klicks die rückwirkend berechnet werden, müssen aber noch mit dem alten Steuersatz berechnet werden.

In diesem Fall muss eine getrennte Abrechnung der Klicks und Pauschalen erfolgen. Wobei hier jeweils der Haken für den alten Steuersatz berücksichtigt werden muss.

Rechnungseingangsprüfung

Auch in der Rechnungseingangsprüfung können Sie die Funktion „Alten Steuersatz verw.“ anwenden. Jedoch sollte hier von Ihrem Lieferanten bereits der korrekte Steuersatz auf der Eingangsrechnung angezeigt werden, so daß Sie dann dementsprechend den Optionshaken setzen können. 

 

Sonderfälle im Alltag

Der bekannteste Sonderfall sind Abschlagsrechnungen. Da man bei Abschlagszahlungen/-rechnungen ggf. noch kein Leistungsdatum hat, gilt hier das Zahldatum der Abschlagsrechnung als Leistungsdatum. Hieraus entstehen somit besondere Anforderungen. Ein paar Beispiele:

Abschlagsrechnung und Zahlungseingang vor dem 01.07.2020:
Nettobetrag zzgl. 19 % Ust.
Schlußrechnung am 30.07.2020 zzgl. 16 % Ust.
abzüglich der Abschlagsrechnung zzgl 19 % Ust.

Schlußrechnung am 15.01.2021 zzgl. 19 % Ust.
abzüglich der Abschlagsrechnung zzgl. 19 % Ust.

Abschlagsrechnung und Zahlungseingang zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020:
Nettobetrag zzgl. 16 % Ust.
Schlußrechnung am 15.12.2020 => alles mit 16 % Ust. berechnen
Schlußrechnung am 15.01.2021 zzgl. 19 % Ust.
abzüglich der Abschlagsrechnung zzgl. 16 % Ust.

Abschlagsrechnung vor dem 01.07.2020 Nettobetrag zzgl. 19 % Ust. - Geldeingang nach dem 01.07.2020 = Leistungsdatum = Nettobetrag + 16 % Ust.
Für Abschlagsrechnung müsste eine Rechnungskorrektur zu 19% erstellt und eine neue Abschlagsrechnung mit 16% erstellt werden.
In diesem Fall hätte man folgende Möglichkeiten:
- Bis zum 30.06.2020 keine Abschlagsrechnung stellen, oder
- Wenn klar ist, dass die Leistung erst im 2. Halbjahr erbracht wird, gleich die Abschlagsrechnung mit 16 % ausstellen. Hier muss aber sicher sein, daß diese auch erst nach dem 01.07.2020 bezahlt wird.
- Wenn die Leistung sicher erst in 2021 erbracht wird, die Abschlagsrechnung mit 19 % ausstellen.

Formulardruck:
Die Funktion „alten Steuersatz verwenden“ gibt es NICHT im Formulardruck !!! Für die aktuelle Mehrwertsteueränderung ist es also notwendig alle Sammelrechnungen am 30.06.2020 und dann wieder am 31.12.2020 zu erzeugen.

Bitte prüfen Sie im Formulardruck genau, ob alle Haken richtig gesetzt sind und das Datum richtig ist, da Sie im Nachhinein nur immer genau eine Rechnung stornieren können !!!

Wie bereits erwähnt, sprechen Sie bitte in jedem Fall Ihr Vorgehen mit Ihrem Steuerberater ab, damit auch Ihre individuellen Anforderungen abgedeckt und die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Wir können keine Gewähr für die steuerrechtlichen Aussagen geben.


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